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B. Zlámal:
K hudebnímu programu velehradského milenia roku 1863. (Dokončení.) Druhý dopis je dabován taktéž z Vídně dne 27. února 1864 a je mnohem obsáhlejší: ,,Hochwůrdigsfer Herr Pr ;lat, Gn idigsfer Herr? Nach allen unfriiglichen Zeichen sebe ich, dass ich den geheimen Ilmfrieben, denen ich schon in Welehrad auf den Spur gekommen bin und die mích dann auf meinen Wegen wieder bis nach Wien beMeitefen, um mir selbsf da durch Nichtswůrdige ihre Rache fiihlen zu lassen — als Opfer fallen soll. Hochwůrdi;sfer Herr Pr~lat wollen die Gnade haben meinen wahren ehrlichen Worfen geneigfes Gehór zu gew ihren: Als man in Briinn und Prag erfuhr, dass ich zum Mus. Dirióenfen bei dem h. Fesfe ernannE wurde, haben miissi,e Kbpf, sich zur Aufi~abe gesfellf mich als einen ,deufschgesinnten(!), Vaferlandsverriífher, odrodilec u. a. m. bei meinen Landsleufen zu beschimpfen und zu verd ichfígen. Obwohl mir Miffel zu Gebote standen, die mir bezeichnefen Schwůfzer durch Angabe zu beschiimen, so habe ich — im Inferesse der heiligen Sache und des Friedens — dennoch alles sorgfiiltig gemieden, was die Veranlassung herbeifiihren wiirde, das heiliĎe Fesf zu verunreinigen. Hier hochwůrdigsfer Herr Priilat bilte mir zu gestatten, offen zu bekennen, dass ich als tvahrer Patriot, dem bloss die Kirchenmusik-Produktionen anverfraut wurden, durch mein vorsichfiges, oft vermiffelndes(?) Vor4chen, mir weit mehr Verdienste gesammelf habe, als dies bekannt isf. Ich habe dem Herrn Hofrath von Wesselý, der die Funkfionen dort mit seltener LImsicht leitete, meine Entdekkungen weder mitgefeilt, noch denselben auf den vorbereitefen Skandal aufinerksam gemachf, weil ich ersfens sein sfrenges Richteramf fiirchfete, und zweitens den deutschen Wiener ZeítUnge.n nicht die erwůnschfe Gelegsenheif geben wollfe liber unser heil. Fesf und csutes Volk sich auszulassen, und driffens, weil ich das vetpfiíndete Worf des Hoch. Herrn Fiirsf-Erzbischofs (als Garantíe des ruhigen Verlaufes b. d. h. Regierung) nicht vereiflen wollfe. Meine blZ3dsinnigen Feind~-sahen wohl das Opfer, das ich brachfe, doch ihlre Tollheit, ich sei ein odrodilec, blieb fest in ihnen wurzeln. Man hat mir die Sachen in die Schuhe 6eschoben, an die ich nie dachte; ich lebe in meiner Zurůckgezogenheit bloss fůr die Kunst, die keine Nafionalif if kennf und deren Vaterland die aanze Erde isf, und bin heute das, was ich als Kind war, damals dachte ich nach Spiel und' denke ich an die Composifion des Spi,eles. Das drolligsfe aber isf, dass man mich hier in Wien fiir einen der panslavischen Parfhei Ergebenen hiilf, und ebenfals auf obilte Weise zu verd ichfigen suchf. Auf Grund dessen wurde — w ihrend ich in Welehrad fungierte — die mir zugesicherfe Stelle eines Hofkapellmeisters, um die ich vierzehn Jahre unentgeldlich diente, -einem Verdiensflosen gegeben. So wie bereifs in Welehrad, wurde ich auch in Wien bestůrmf, die dort aufgefiihrfe Messe ,CyriLLá' im Priinumerafionswege zu verdffenflichen, ich gab endlich den Wůnschen nach. Seinu hochfiirsflichen Gnaden, der Hochwůrdigster Herr Fiirst-Erzbíschoj von O[můfz haben die Dedikation angenommen, ohne aber weifer efwas fůr die Sache zu thun, als hóchsfens die Pr inumerafion in der Olmůfzer Di&zese zu gestaffen. Ende November fuhr ich eigens nach Brůnn, um auch da die Pr inumerafionseinleifun; persdnlich zu erbiff en, erhielfe von Seiner bischdflichen Exz,ellenz die wirmsfen und fheilnehmendsfen VersicherunŠen, schickte sogleich nach meiner Riickkunff 60 St. Bógen, hiess soíar die Arbeiten in Angriff nehmen, zahlfe bis nun nicht wenxger als 385 fl–36 kr. und — nachdem ich der sicheren Meinung war, dass mil Ende J inner Beifr ige von wenigstens einigen Dekanafen eingeflossen sind, fragfe ich an und erhielfe am 29. Jánner d. Js. eine Antworf, dass die befreffende Prinumerafion mif náchster Kurrende er&ffnef wird. Von allen Seifen laufen mir Klagen ein, dass man von einer Priinumerafionseinleifung, auf die man in der Zeifung aufinerksam gemacht hafte, nichts wisse. Ich habe deshalb heufe mich an Seine bisch&fliche Exzellenz bibtlich gewendeb, die Sache untersuchen zu lassen. Es w ire fůr mich als Familienvater sehr fraurig, wenn ich in meinem voreiligen patriofischen Eifer und blindem Verfrauen meine blutig verdienfen paar Gulden, die ich quasi in die Schanzen warf, verlieren und meine Familie dadurch verkůrzen soli, zumal mir meine Bemůhun- 57 | ||||
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